Woher kommt eigentlich das Mützenband?

Um die Geschichte genau verstehen zu können, gehen wir nach England in das Jahr 1623. Erstmalig erhalten Marinesoldaten Uniformteile. Zwischen 1649 und 1660 legt Cromwell besonderen Wert auf das einheitliche Aussehen und Auftreten der Marine. Aus dem früher getragenen dreieckigen Hut wird ein hoher runder Hut aus Leder, geteertem oder lackiertem Segeltuch oder aus Stroh. Damit die Matrosen verschiedener Schiffe nach fröhlichem Zechen in Hafenkneipen ihre fast gleich aussehenden Hüte auseinanderhalten können, schreiben sie mit Kreide oder Farbe den Namen ihres Schiffes auf den Hut. Dazu tragen Seeleute bis 1780 lange Haare, die zu einem, zwei oder drei Zöpfen geflochten sind. Diese werden durch eingeflochtenes Garn mit reichlich Fett, mitunter auch mit Teer versteift und hängen „down to the sternpost", also bis zum ,,Hintern". Ein früher „Haarerlaß" aus dem Jahre 1808 verbietet von da an das Tragen von Zöpfen.

In Deutschland begründet der große Kurfürst 1675 die brandenburgisch-preußische Marine, noch ohne Uniform. Die Matrosen tragen zu dieser Zeit eine Filzkappe auf dem Kopf. Erst Friedrich der II. (der Große 1740-1786) vereinheitlicht die bis dahin eher nach zweckmäßigen Gesichtspunkten getragene Bekleidung. Die Marine erhält ein schwarzes Barett! Zur Parade tragen die Mannschaften und Maaten auf königlichen Befehl vom 27. April 1849 einen „...niedrigen Matrosenhut mit einem schwarzseidenen Bande, auf welchem der Name des Kriegsfahrzeuges oder – königliche Marine – in goldener Schrift gedruckt sei". Weil dieser Hut sich später als unzweckmäßig erweist, wird er 1872 durch eine blaue Tuchmütze ersetzt. Der Kaiser (Wilhelm I. 1871-1880) verfügt, daß die Tuchmütze ein 116cm langes und 3,2cm breites Mützenband mit eingesticktem Namen: „Kaiserliche Marine" erhält. Die herabhängenden Enden (in Anlehnung an die Teerzöpfe) werden schwalbenschwanzförmig geschnitten. Am 27.06.1890 wird dem Schiffsnamen die Bezeichnung S.M.S. (Seiner Majestät Schiff) vorangestellt. 1929 wird die Schrift Fraktur (ähnlich der deutschen Schrift) eingeführt, 1956 die Schrift Beton-Antiqua.

Im Laufe der Zeit werden in Deutschland in verschiedenen Epochen Bänder mit Buchstaben aus gestickten Metallfäden, in roter Schrift (für Schulschiffe), silberner Schrift (für technisches Personal) oder mit schwarz-weiß-rotem Rand am oberen und unteren Rand hergestellt.

Heute tragen Soldaten der Deutschen Marine an der weißen Mütze ein 3,2cm breites und 150cm langes, schwarzes Kunstseidenband mit eingewebter, goldfarbener Inschrift mit dem Namen des Verbandes bzw. Schiffes/Bootes in Versalbuchstaben (Schriftart: Beton-Antiqua) und ggf. arabischen oder römischen Ziffern.

Weltweit gibt es Mützenbänder in den verschiedensten Farben, unterschiedlichsten Schriften und gelegentlich mit Schmuck-Stickereien. Man findet unter den vielen Marinebändern auch Bänder der Handelsschifffahrt.